Carls Schreiberin

Zeche Carl, Essen

Carls Schreiberin
Schmetterling auf Flieder

Alle meine Tierchen

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Kürzlich schrieb Carls Schreiberin Sarah über das Ausbeuteltier. Ich war überrascht, dass das Ausbeuteltier anscheinend bei ihr zu Hause lebt. Bei ihr, aber nicht IN ihr. In mir leben jede Menge Tiere. Nicht so angewidert gucken, euch geht es doch genauso!
Wer zum Beispiel den Artikel über „selten“ von Carls Co-Schreiber Tobias liest, könnte möglicherweise hinterher einen Ohrwurm haben. Mir ging es so. Und „An der Nordseeküste“ (bitte, gern geschehen!) gehört zu den Ohrwürmern, die ich am allerwenigsten mag. Vermutlich, weil er Soundtrack zu einer Phase in meinem Leben war, die nicht so angenehm war. Es soll übrigens helfen, das Lied in Ruhe einmal von vorne nach hinten zu hören, um den Ohrwurm wieder loszuwerden. Ausgerechnet.

Aber warum kann nicht die Meise unterm Pony den Ohrwurm einfach verspeisen? Eine Meise hat doch fast jeder mal. Muss ja nicht gleich ne Vollmeise sein. Leider fällt der Meise jede Menge dummes Zeug ein – den Ohrwurm will sie aber nicht.

Auch nicht die Schmetterlinge, die manche sich – gerne im Frühling – einfangen. Die flattern dann im Magen herum und sorgen dafür, dass die Verliebtheit sich auch immer ein bisschen unangenehm anfühlt (logisch, dass manche Verliebte gleichzeitig ne Meise haben).

Den Floh im Ohr frisst die Meise natürlich erst recht nicht. Das finde ich aber nicht schlimm. Hie und da sollte man anderen ruhig Flöhe ins Ohr setzen. Bei mir war es vor Jahren zum Beispiel Carls Inge. Sie setzte mir den „Lass-uns-zusammen-einen-Roman-schreiben-Floh“ ins Ohr. Das war einer der besten Flöhe aller Zeiten. Er hat so lange für Juckreiz gesorgt, bis der Roman fertig und veröffentlicht war. Und der Floh hat sich sogar vermehrt, so dass ich beim Schreiben geblieben bin und jetzt als Autorin meinen Traumberuf gefunden habe.

Ein Beruf, bei dem ein Frosch im Hals alles andere als nützlich ist. Schließlich müssen Autoren immer mal weg vom Schreibtisch und für Lesungen und eventuell Schreibwerkstätten in die Öffentlichkeit. Für manche bedeutet das, den inneren Schweinehund zu besiegen. Andere lassen gern die Sau raus. Bei mir ist es was dazwischen. Manchmal spüre ich vor Lesungen und Schreibwerkstätten noch ein leichtes Kribbeln im Bauch. Keine Schmetterlinge. Ameisen?
Fühlt sich eher wie fröhliche, brummelnde und flauschige Hummeln an.

Dabei hat man die doch eigentlich eher im Hintern. „Lass die Hummeln raus“, sagt aber niemand. Eher schon: „Weck den Tiger in dir!“ Puh, ein paar kleine Hummeln sind ja noch okay, aber ein Tiger? Bei Stubentiger wäre ich noch dabei. So entspannt wie eine Hauskatze sein … Das täte dem Ausbeuteltier vielleicht auch gut.

In diesem Sinne: Seid nett zu euren Tierchen!
Meint Carls Co-Schreiberin Anja Kiel

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