Carls Schreiberin

Zeche Carl, Essen

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Ein offenes Wort #6: Rap auf einen Rapper

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Ein Kommentar zum Auftritt von Bushido bei Maischberger am 02.05.2018

Es war erschreckend

Was ist das für ne Kunst,
wo einer nur rumgrunzt,
andere diskriminiert,
sich dabei blamiert, aber es nichts merkt,
weil er selbstzufrieden rumwerkt,
sich erhöht und andere verletzt,
weil er weiß, wie man hetzt,
Frauen ordinär als Geschlechtsteil anspricht,
so widerlich und geschmacklos Tabus bricht,
sexuelle Ausrichtungen verunglimpft,
junge Menschen damit impft,
Religionen beschimpft,
nur seine nicht, das darf man nicht.

Wer Menschen mit Dreck beschmeißt,
Frauen Huren und anderes heißt,
Homosexuelle als aussätzig und abartig sieht,
Nazizeit verniedlicht und benutzt,
und nicht sieht, was geschieht,
mit seiner Hetz aus verbalem Schmutz,
gehört mit Recht auf den Index,
und das ist nicht nur ein Reflex,
sondern der Staat darauf reagiert
und konsequent reguliert.

Du Bösewicht, das soll Kunst sein,
solch ein Gedicht ist nur gemein.
Gib dir nicht zu viel Gewicht?
Du irrst dich, du armer Wicht?
Der Selbstzweifel aus ihm spricht,
seine Kleinheit zeigen, das kann er nicht,
klein sein, das darf er nicht.

Über Gewalt an Schulen wird geklagt,
und alle haben gesagt und gefragt,
wir müssen was tun, wo kommt das her?
Gewalt von Jugendlichen wird immer mehr,
physisch und psychisch wird sie ausgelebt,
Rapper merkst du nicht, wie die Erde bebt?

Du hast Verantwortung für dein Gehetze,
und dann dein hilfloses Geschwätze:
Die Kritiker haben keine Ahnung von Rap.
Ja was bist du denn für ein Depp?
Ist es dir denn keine Warnung,
dass viele Werte verfallen,
Generationen aufeinander knallen?
Was soll denn werden aus dieser – auch deiner – Welt?
geht es immer nur ums Geld?
Du sprachst von Millionen,
die du mit Rappen anschaffst,
brauchst du noch mehr, um jeden Preis,
wann hast du es endlich gerafft, das ist Scheiß!

Dein Geschrei nach Anerkennung und Respekt,
Akzeptanz und Liebe ist mir suspekt,
guck mal, wer dir Beifall zollt,
ist das so von dir gewollt?
Die heben dich bis an die Decken,
kommt das nicht aus den falschen Ecken?
Sind es die Rechten und die Braunen,
die dich lieb und nett bestaunen?
Jetzt mal echt: Ist dir das recht,
machst dich zum Knecht, für das Geschlecht,
und die Jugend stimmt mit ein,
das darf doch nicht wahr sein!

Mach dich frei von dem Geschrei und dem Gejohle,
verzichte auf die Rechte und etwas Kohle,
rapp doch mal einfühlsam mit Empathie,
über jene und die, ihn und sie,
die du bisher sehr bedacht,
zu deinen Opfern hast gemacht!
Kannst du das, oder fehlen dir die Worte dafür?
Kannst mich fragen, ich helf dir durch die Tür.
Du schaffst bestimmt auch positive Töne,
ohne sexistisch, ordinäres, abstoßendes Gestöhne,
du hast doch Mumm und große Kraft,
stehst im besten Lebenssaft.

Ich hab die Bitte, überleg es dir,
nimm mal Worte weich und warm,
auch danach gibt es eine Gier,
nimm Menschen verbal in den Arm,
verbreite Lebenslust und Zuversicht,
das steht dir bestimmt auch,
nicht nur dein Bös-Gesicht.

Burkhard Winkler (*1951)

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