Carls Schreiberin

Zeche Carl, Essen

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Meine Motivation zum Schreiben

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Bevor ich anfange, die Motivation, die mich zum schreiben bewegt, zu erklären, würde ich gerne noch ein paar Dinge über mich erzählen.

Ich habe mich schon ziemlich früh für das Lesen von Geschichten interessiert. Es kam eine ganze Reihe an Büchern zusammen, die ich gelesen habe. Am liebsten las ich Fantasyromane und Krimis, später kamen dann auch noch Abenteuerromane hinzu. Doch mit der Zeit habe ich gemerkt: Jedes Mal, wenn ein Roman endete, fühlte ich mich leer und konnte mir nicht erklären, warum ich jedes Mal, obwohl das Buch spannend und toll erzählt war, so leer und teilweise sogar schon unzufrieden war.
Dann erkannte ich schließlich, was mich so leer fühlen ließ. Die Fragen, die ich mir stellte, blieben immer offen. Das lag ganz einfach daran, dass ich bei einem Buch nie einfach nur der Geschichte, die das Buch erzählt hat, gefolgt bin – ich habe mir beim Lesen immer noch Gedanken dazu gemacht, was den Charakteren noch alles passieren kann, was sie noch erleben können und das ging weit über ein Ende des Buches hinaus.

Um es noch mal auf den Punkt zu bringen: Die Romane, die ich gelesen habe, haben mir selten ein zufriedenes Gefühl gegeben. Es gab also in meinen Augen zwei Möglichkeiten: Entweder ich warte bis ein zweiter Teil erscheint, der meine Fragen beantwortet, oder ich schreibe den zweiten Teil einfach selbst und beantworte die Fragen, die mich einfach nicht in Ruhe lassen wollten, selbst.
So kam ich dazu, Geschichten zu schreiben, doch ich will jetzt nicht sagen, dass ich mich einfach hingesetzt habe und dann Geschichte um Geschichte rausgehauen und mir damit alle Fragen beantwortet hätte.

Wenn man das erste Mal eine Geschichte von sich aus schreibt und quasi nur eine vage Vorstellung hat, worum es gehen soll, kann ich verstehen, dass man nicht direkt in der ersten Stunde das erste Kapitel geschrieben hat, mit dem man schon vollends zufrieden ist.
Man sitzt einfach nur vor dem Rechner (oder der Schreibmaschine oder dem Handy oder weiß der Geier was) und hofft einfach, dass einem ein Geistesblitz kommt und man einfach nur den ersten Satz da stehen hat.
Das klingt jetzt vielleicht widersprüchlich, aber das was dafür sorgt, dass wir so Schwierigkeiten mit dem Anfang haben, ist die quasi grenzenlose Freiheit die wir jetzt haben.
Wir müssen uns an keine Vorlagen halten und auf keine Bedürfnisse (außer unsere eigenen) eingehen, wir können eine Motorradshow auf Haien schreiben oder einen Tauchgang im Weltraum.
Das waren jetzt natürlich sehr übertriebene Beispiele, aber sie zeigen sehr gut, dass wir uns an nichts halten müssen und nur unsere eigene Phantasie unsere Fessel ist.

Was können wir also tun um dieser Schreibblockade zu entgehen, was kann uns diese schier grenzenlosen Möglichkeiten etwas einschränken, um zumindest unsere erste Geschichte endlich auf die Beine zu stellen.

Ich habe es euch quasi schon erzählt, da ich auch das gleiche Problem hatte mit dem Anfang, habe ich Folgendes getan: Ich habe mir selbst Grenzen gesetzt. Das fällt einem manchmal schwer, wenn man nur eine vage Vorstellung hat, aber dann muss man diese Vorstellung ausweiten. Es soll ein Krimi werden, ist das Äußerste, es soll das und das passieren, man geht also tiefer, und das und das muss auch noch erwähnt werden.
Es kommen recht schnell Ideen zusammen, wenn man einmal richtig drinnen ist, und dass in einem Krimi keine pinken Einhörner vorkommen sollen, muss ich jetzt wohl nicht erklären.

Doch wenn wir jetzt unser Setting haben, die Charaktere, die vorkommen sollen und was sie erleben bekannt ist, wie fängt man dann an?
Ich mache das immer folgendermaßen, wenn ich eine Geschichte aus der
Ich-Perspektive schreibe (tue ich so gut wie immer), versuche ich mich immer in die Situation meines Charakters zu denken:Was fühlt er/sie in der Situation, was sieht er/sie, was hört er/sie?
Ich schaffe das besonders gut, wenn ich einfach mal spazieren gehe und mir dort Sinneseindrücke sammle. Denn im Prinzip kann alles uns inspirieren und uns auf Ideen bringen. So hat zum Beispiel eine flackernde Straßenlaterne mich auf die Idee gebracht, ein flackerndes Licht in eine Leichenhalle in eine meiner Krimigeschichten einzubauen, wodurch die ganze Geschichte viel lebendiger und bedrückender wirkt.

Mein größter Tipp an euch ist also: Denkt, ihr wärt der Protagonist in eurer Geschichte, denkt euch in seine Situation hinein und erzählt die Geschichte aus seiner Perspektive. Das kann auch spannend für euch selbst sein, da ihr vielleicht selber nicht ganz genau wisst, was euer Protagonist in manchen Situationen fühlt oder denkt. Das erschafft eine gesunde Tiefe der Geschichte und macht euch nichts draus wenn ihr Schwierigkeiten mit dem Anfang habt.
(Für meine erste Geschichte, die nicht mal drei Seiten lang war, habe ich zwei Wochen gebraucht.)
Leon Schuster

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