Carls Schreiberin

Zeche Carl, Essen

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Äußerlichkeiten

Ein offenes Wort #5: Meine Verwandte

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Ich war sehr überrascht, sehr, sehr überrascht. Als ich den Text gelesen habe. Das konnte ich kaum glauben. Das konnte doch nicht wahr sein.
Ich bin in Syrien geboren, in Syrien aufgewachsen und meine Familie auch.
Aufgrund des Krieges bin ich nach Deutschland geflüchtet.
Ich bin seit über zwei Jahren hier in Deutschland. Vor paar Monaten ist mit mir etwas passiert.
Ich weiß nicht, wie ich anfangen soll.

Auf einmal habe ich erfahren, dass ich hier in Deutschland Verwandte habe.
Das habe ich erst 2017 erfahren. Es ist ein schönes Gefühl, wenn ein Fremder mitbekommt, dass er hier Verwandte hat.
Sie ist eine Frau. Ich weiß nicht, wie sie aussieht. Ich habe sie noch gar nicht getroffen.
Ich weiß nur, dass sie Inge heißt und aus Deutschland kommt.

Hääääää?
Aus Deutschland?!
Ich aus Syrien?!
Wir sind Verwandte?!
Wie kann das sein?!

Das werde ich euch sagen. Wir sind nicht Familienverwandte, sondern Seelenverwandte und Gedankenverwandte.

Liebe Inge, nach dem, was Du über meinen Text „Ich liebe sie und sie“ schriebst, wusste ich das.
Ich war einfach sprachlos über das, was du geschrieben hast und wusste gar nicht, wie ich darauf antworten sollte.

Es ist eine Ehre für mich, dass jemand etwas über mich schreibt, jemand, der mich gar nicht kennt oder gesehen hat.

Ich will mich bei Dir bedanken und sage: „Es freut mich sehr, dass ich Seelenverwandte habe, dass es Menschen gibt, die fast die gleichen Gedanken haben wie ich.
Wenn ich sowas lese und sehe, gibt mir das die Motivation, dass ich Texte weiterschreiben soll.“

Und es gibt mir Hoffnung. Wenn es Seelenverwandtschaft zwischen Menschen geben kann, die aus ganz verschiedenen Kulturkreisen kommen, dann haben wir vielleicht noch mehr Gemeinsamkeiten als gedacht. Egal welche Sprache unsere Muttersprache ist, egal welche Farbe unsere Haut hat.

Moutasm Alyounes an Inge

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