Carls Schreiberin

Zeche Carl, Essen

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Lästige Worte #2: Entscheidungen

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Schon zum zehnten Mal lese ich mir den Zettel mit den möglichen Fächern für die Oberstufe durch. Chemie und Physik oder doch eher Pädagogik und Psychologie? Ich kann einfach nicht entscheiden, welche ich wählen soll. Immerhin lenke ich damit schon gewissermaßen meine spätere Karriere in eine bestimmte Richtung und bestimme meine Zukunft. Doch was ist, wenn mir eins der Fächer hinterher gar nicht gefällt und ich meine Entscheidung bereue? Schließlich kann ich sie nicht wieder rückgängig machen …
Entscheidungen sind unsere täglichen Alltagsbegleiter und bringen uns oft zur Verzweiflung. Doch was sind Entscheidungen überhaupt? Was macht sie aus? Wie gehen wir am besten mit ihnen um?
Unter einer Entscheidung versteht man laut Wikipedia „die Wahl einer Handlung aus mindestens zwei vorhandenen potenziellen Handlungsalternativen unter Beachtung der übergeordneten Ziele.“
Das klingt völlig problemlos. So, als ob das etwas ist, was man nebenbei kurz erledigt. Doch davon, eine Entscheidung mit links zu treffen, kann ich nur träumen. Denn ich finde es alles andere als leicht, mich zu entscheiden!
Auch als es um meine Fächerwahl ging, hatte ich so meine Schwierigkeiten. Ich war mir nie wirklich sicher, ob ich die naturwissenschaftliche Richtung oder die gesellschaftliche Richtung oder vielleicht sogar die sprachliche Richtung einschlagen möchte.
Das Problem an der Sache: Wir müssen uns oft entscheiden! Sehr oft sogar …
Zwar sind es mal kleinere und mal größere, mal welche mit kurzfristigen Konsequenzen und mal welche mit langfristigen, doch letztendlich sind es Entscheidungen. Entscheidungen, die getroffen werden müssen und nicht rückgängig gemacht werden können.
Auch die Fächer, für die ich mich dann entschieden habe, bleiben bis zu meinem Schulabschluss. Letztendlich habe ich aus jedem Bereich das gewählt, was mich am meisten angesprochen hat, also eine bunte Mischung. Großartig ändern kann ich sie nicht mehr, denn mit meiner Entscheidung habe ich bereits meinen Weg in der Oberstufe festgelegt. Ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe, wird sich mit der Zeit noch zeigen – woher soll ich das jetzt schon wissen?
Und ich denke, das ist auch der Aspekt, der es uns so schwer macht, Entscheidungen zu treffen:
Wir können sie nicht wieder rückgängig machen, aber gleichzeitig wissen wir auch nicht, ob wir uns falsch oder richtig entscheiden werden. Denn keiner von uns kann in die Zukunft schauen.
Wir sind also immer auf uns selbst gestellt, müssen uns auf unsere Gefühle aber auch auf unseren Verstand verlassen.
Dadurch liegt es schon auf der Hand, dass wir auch Fehlentscheidungen treffen werden. Weder unsere Gefühle, noch unser Verstand liegen immer richtig. Doch ist das so schlimm?
Denn mal anders betrachtet: Ginge es uns besser, wenn wir uns immer richtig entscheiden würden? Wenn alles perfekt und nach Plan liefe?
Oder seid ihr der Meinung, dass es überhaupt keine „richtigen“ und „falschen“ Entscheidungen gibt?
Auch ich war mir bei meiner Fächerwahl selbst überlassen. Ich habe mir viele Gedanken über meine Möglichkeiten gemacht und sie abgewogen. Ich habe mir auch den Rat anderer eingeholt und sie nach ihrer Meinung gefragt, aber entscheiden musste ich letztendlich selber.
Und dabei habe ich festgestellt, dass es gar keinen Grund gibt, etwas Schlimmes zu befürchten oder Angst davor zu haben. Zwar sind Entscheidungen immer wieder eine neue Herausforderung für uns (vor der wir uns oft am liebsten drücken würden), aber gleichzeitig stärken sie uns auch.
Und ihr werdet sehen: Je öfter ihr eine Entscheidung trefft, desto leichter fällt es euch.
Selbst wenn ihr mal eine falsche treffen solltet, ist das auch kein Weltuntergang. Denn wie sagt man so schön? Aus Fehlern lernt man!

Johanna Schwermer

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