Carls Schreiberin

Zeche Carl, Essen

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Ein offenes Wort #3: Ich bin kein Rassist?

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„Ich bin kein Rassist. Ich bin für Menschenrechte. Wir sind alle gleich. ABER

Immer diese Flüchtlinge. Jeden Tag kommen welche in unser Land. Und es werden immer mehr.
Sie nehmen uns unsere Arbeitsplätze, Schulplätze und unser Geld.
Sie können sich gar nicht integrieren. Sie werden sich gar nicht integrieren.
Alle kommen aus Entwicklungsländern.
Sie wissen nicht einmal, was Erdbeeren sind.
Sie können kaum schreiben und lesen.
Alle sind Terroristen. Ich traue mich nicht mehr allein auf die Straße.
Deutschland kann keine Regierung bauen, weil es zu viele Flüchtlinge in diesem Land gibt.
Sie sind alle nur aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland hergekommen.“

Sehr geehrte Damen und Herren. Ihr fragt euch gerade bestimmt, warum ich diese Sätze zitiere, obwohl ich selber Flüchtling bin.

Ich würde euch gerne meine Gefühle mitteilen.
Diese Aussagen höre und lese ich fast jeden Tag von AfD-Wählern oder einigen Zeitungen, die nur Hass ausbreiten.
Wenn etwas Schlimmes passiert, wird fast immer gleich mit dem Finger auf die Flüchtlinge gezeigt.
Ich weiß ja, dass nicht alle Flüchtlinge gleich sind. Es gibt viele Flüchtlinge, die sich bis jetzt noch nicht integriert haben.

Aber gleichzeitig gibt es Flüchtlinge, die sich schnell integriert haben, die arbeiten, Steuern zahlen und studieren. Das Problem liegt darin, dass viele Leute die einen nicht von den anderen unterscheiden können.

Ich habe das Gefühl, dass es immer mehr Vorurteile gegen Flüchtlinge in dieser Gesellschaft gibt (und natürlich weiß ich auch, dass die Gesellschaft gespalten ist – nicht alle denken so).
Viele machen sich nicht klar, dass hinter diesem Wort „Flüchtling“ immer ein einzelner Mensch steckt.
Flüchtlinge werden jeden Tag zusammengefasst als Zahlen, Krisen, Papiere und Leichen.

Stell dir vor, irgendein Krimineller, der zufällig Flüchtling ist, bricht das Gesetz. Dann wird sofort gerufen, dass alle Flüchtlinge Verbrecher sind oder dass alle Flüchtlinge Frauen nicht respektieren oder gar schlecht behandeln.

Ich bin kein Verbrecher. Ich bin ein normaler Mensch, der in Ruhe und Frieden leben will.
Ich respektiere euch alle.
Ich bin gegen Gewalt, Vergewaltigung, und Terror.

Ein Verbrecher ist ein Verbrecher. Egal, woher er kommt oder welcher Religion er angehört, er muss auf jeden Fall bestraft (oder abgeschoben) werden.

Ich mag kein Flüchtling sein, aber ich wurde dazu gezwungen.
Ich bin ein normaler Mensch, der Moutasm heißt.

Wie würdest dich fühlen, wenn Du ich wärst?

Moutasm Alyounes

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