Carls Schreiberin

Zeche Carl, Essen

Carls Schreiberin

Wie mein Bäcker gleich drei Monate vernachlässigt oder: der BÄRendienst

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Immer im zehnten Monat des Jahres – und nur in diesem – gibt es bei meinem Bäcker den Okto-BÄR; versteht sich von selbst, dass ich ihn nicht kaufe, weil mir das Wortspiel einfach zu platt ist. Was mich aber wirklich verwundert: die Ungleichbehandlung der Monate, als wäre der Okto- der einzige BÄR im Jahr. Ist er nicht. Wenn ich mich gerade noch dem von der Bäckersfrau vorgetragenen Argument wohlwollend nähere, im DezemBÄR gabe es schließlich statt des BÄREN nen echten Kerl, namlich den Stufenkerl.

(Kleiner Einschub: Stutenkerl, noch so ein komisches Ding, das es nur in dem einen Geschlecht gibt. Der Stutenkerl ist natürlich männlich und – OMG – raucht. Zwar nur Pfeife, aber immerhin. Was ihm fehlt zum Glück: die Stutenkerlin, vielleicht mit Kleidchen und ohne Pfeife, reicht ja, wenn einer raucht … und das mit dem Kleidchen nehme ich natürlich sofort wieder als messerscharf erkanntes genderstereotype zurück … echte Stutenkerle können selbstredend in der Bäckereiauslage auch Kleidchen tragen, aber das ist eine andere Geschichte …)

Das erklärt noch lange nicht, warum Septem- und Novem- ohne ihren jeweiligen BÄRen auskommen müssen. Ich will gar nicht erst davon anfangen, dass auch dem Bären im Okto- die BÄRin fehlt. Und das bei einem Bäcker, der paritätisch Bio-Burschen und Landmädels als Brötchensorten im Angebot hat. Ja, ich weiß, keine Transgender-Brötchen, das könnte ein Nachteil sein, aber dann sprechen wir immerhin nur von einem Bäcker und nicht von der Gesellschaft als solcher. Und der Bäcker muss ja auch mit seinen Brot-, Brötchen- und Kuchensorten kein Abbild der Gesellschaft sein, obwohl, wenn er schon Jungs und Mädels als Brötchen hat (was man ihnen übrigens nicht so ansieht …)

Aber ich schweife ab vom BÄRendilemma. Solidarität mit SeptemBÄR und NovemBÄR wünscht sich
Euer BÄRnd

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