Carls Schreiberin

Zeche Carl, Essen

Carls Schreiberin

Missing words #1 – You made my day

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Es gibt Worte, die gibt es gar nicht.
Worte, die immerzu fehlen.
Worte, die Sprache schöner machen würden, wenn es sie gäbe.
Oder meinetwegen auch ganze Redewendungen, die einfach nicht da sind, so sehr man sie auch braucht.
Besonders fällt mir das auf, wenn es die Worte oder Wendungen in einer anderen Sprache doch gibt. Dann ist da plötzlich eine Lücke im deutschen Sprachraum, die ich vermutlich gar nicht bemerkt hätte, wenn ich nicht gewusst hätte, dass es das Wort/die Wendung irgendwo anders gibt.

YOU MADE MY DAY.
Das ist so eine Wendung. Natürlich könnte ich sagen: Du hast meinen Tag gerettet. Aber das ist einfach nicht dasselbe. Du hast meinen Tag gerettet, heißt doch, dass der Tag in Not war und gerettet werden musste.

YOU MADE MY DAY hingegen: Das kann ein ganz normaler, nicht unbedingt in Not seiender schnöder (Achtung! Kategorie: schöne Worte) Tag sein, der zu einem schönen Tag wurde. Weil zum Beispiel jemand daher kam und etwas Nettes gesagt hat.

Seit ich die Wendung YOU MADE MY DAY kenne, gibt es bei mir überhaupt erst so richtige YOU-MADE-MY-DAY-Situationen. Besonders: irgendwo im Supermarkt, beim Bäcker, in der Imbissbude. Diese kleinen Begegnungen, kleinen Gespräche, die Licht bringen in einen eher diesigen Tag. Da möchte ich dann dem/der KassiererIn, BäckereifachverkäuferIn, ImbissbudenbesitzerIn so gerne danken. Da liegt mir das YOU MADE MY DAY schon auf der Zunge.

Ich schlucke es herunter. Und lächle.

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