Carls Schreiberin

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Wäsche

Sommergeschichten #6 – Die fünf Phasen der Ferien

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Denken wir zurück an Freitag, den 14. Juli 2017…
Für manche war er einer der schönsten, für andere eher einer der gefürchtetsten Tage des Jahres und für ganz andere wieder einer, der beides war. Die Rede ist vom letzten Schultag. Nicht von irgendeinem letzten Schultag … NEIN! Ich meine den letzten Schultag vor den Sommerferien. Den Tag, der mit einer sehr unbeliebten Erfindung eine wunderschöne Zeit einläutet. Eine Zeit mit vielen neuen Erfahrungen. Denn es warteten sechs freie Wochen, in denen man machen konnte, was man wollte.

Und von meinen Ferien und wie ich sie erlebt habe, werde ich euch jetzt berichten:
Auch bei mir begannen die sechs Wochen mit diesem besagten Freitag und ich gebe zu, dass ich eher zu den Personen gehöre, die den Tag mit gemischten Gefühlen erleben. Denn auf der einen Seite ist es zwar ein schöner Tag, aber auf der anderen Seite bin ich oft ziemlich nervös, was mein Zeugnis betrifft. Wie auch immer …
Mit dem Verlassen der Schule waren diese Sorgen vergessen und ich empfand ausschließlich Vorfreude! Vorfreude auf die ruhige Zeit und natürlich auf den Urlaub. Für mich stand eine zweiwöchige Sprachreise auf dem Programm.

Diese sollte erst in der zweiten Woche beginnen, und somit hätte ich noch eine Woche Zeit für Phase 1 ,,Die Vorfreude‘‘ gehabt. Ich dachte, ich könnte eine Woche zu Hause entspannen, einfach mal nichts tun und mich auf den Urlaub freuen. Aber das wäre ja zu schön gewesen … Anstatt mich zu entspannen, hatte ich schon nach zwei Tagen den Wochentag, das Datum und die Uhrzeit vergessen, was zu einer Dauerverwirrung und Nervosität bei mir führte. 


Nebenbei rückte auch schon Phase 2 ,,Der Vorstress des Urlaubs‘‘ und somit das Kofferpacken immer näher, und Kofferpacken ist ja generell schon ein Thema für sich … Man weiß nie, was man alles einpacken soll, denn das Wetter könnte sich schlagartig ändern und wir befänden uns im tiefsten Winter. Zudem muss vorher alles gewaschen und einiges besorgt werden. Dann beginnt das Theater: Habe ich wirklich alles rausgesucht? Wie packe ich am geschicktesten ein? Habe ich kein Übergepäck oder passt alles ins Auto? Und am Ende habe ich alles eingepackt, der Koffer geht sogar noch zu, ich bin total stolz auf mich und bemerke dann, dass ich irgendetwas, was natürlich ganz unten im Koffer liegt, noch brauche. Genau dieses Szenario spielte sich, wie jedes Jahr, wieder bei mir ab.

Doch auch dieses Problem bekam ich bewältigt, und ich war bereit für Phase 3 ,,Der Urlaub‘‘! Endlich schöne Erlebnisse, tolle Erfahrungen, Erholung und ganz viel Spaß. Aber natürlich verging diese Zeit wie im Flug, und eh ich mich versah, musste ich schon wieder meine Sachen packen. Jedoch nicht ohne mir vorher die typischen, oben genannten Sorgen gemacht zu haben.

Wieder zu Hause begann Phase 4 ,,Der Nachstress des Urlaubs‘‘. Denn jetzt war es an der Zeit, alles auszupacken, zu waschen und ordentlich wegzuräumen. Ich hatte echt Mitleid mit meiner Mutter, besonders, da Wäsche machen, wie bei vielen anderen wahrscheinlich auch, nicht gerade zu ihren Lieblingsbeschäftigungen gehört. Also habe ich ihr geholfen. Aber da das alles so aufwendig war, blieb kein Platz mehr für die herrliche Urlaubsatmosphäre, die man immer wieder versucht, nach der Heimreise beizubehalten.

Auch Phase 4 hatte mal ein Ende und Phase 5 ,,Die restlichen Ferien‘‘ begann. Der Urlaub, also die Hauptattraktion der Ferien, war vorbei, aber trotzdem hatte ich noch ein paar freie Wochen vor mir. Jedoch hatte ich keine Ahnung, wie ich diese nutzen sollte, weshalb sie echt zur Zerreißprobe wurden. Und wie man sich vielleicht vorstellen kann, habe ich nichts Besonderes gemacht und aufgrund meiner Unproduktivität sogar Schuldgefühle entwickelt, weil ich die Zeit ja viel effektiver hätte nutzen können. Letztendlich habe ich nur noch alte Schulsachen aussortiert beziehungsweise neue besorgt und die Tage gezählt, bis die Schule wieder anfing.

Und dann begann schon der Ernst des Lebens, und mittlerweile befinde ich mich wieder in meinem anstrengenden Alltag. Es kommt mir so vor, als hätte ich nie wirklich Ferien gehabt. Außerdem kann ich es kaum abwarten, endlich Herbstferien zu haben, aber das dauert zum Glück nicht mehr lange!

Johanna Schwermer

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