Carls Schreiberin

Zeche Carl, Essen

Carls Schreiberin

Nachwuchsfotografen unterwegs im Ruhrgebiet

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Wer sich im Ruhrgebiet mit dem Thema Strukturwandel beschäftigt, begegnet ihm auf viele unterschiedliche Arten.

Eine künstlerische und gleichzeitig pädagogische Annäherung war das Essener Kulturrucksack-Projekt „Zeitdetektive“. Dazu trafen sich Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 14 Jahren, um gemeinsam fotografische Eindrücke von bekannten Kulturschauplätzen im Ruhrgebiet einzufangen. So war die Gruppe etwa im Nordsternpark Gelsenkirchen, rund um die Zeche Carl in Essen oder am 07.06.2017 im Landschaftspark Duisburg unterwegs – begleitet von den Jungen Wortklaubern.

Unter der Leitung von Kunstpädagoge Martin Domagala trafen sich sechs Teilnehmer vor Ort. Anderthalb Stunden wollten sie am Schauplatz verbringen, den Hochofen und die Aussichtsplattform im Visier. Nach einer kurzen Besprechung am Eingang schwärmten die Kinder und Jugendlichen aus, die Kameras gezückt. Die Ausrüstung wurde hauptsächlich vom Fotostudio der Folkwang Universität der Künste zur Verfügung gestellt. Martin Domagala begleitete die jungen Teilnehmer, half ihnen, die Kameras richtig einzustellen, beantwortete Fragen und gab Tipps. „Einfach da sein“ sei wichtig, sagte er auf Nachfrage.

Die Vorkenntnisse beim Fotografieren waren von Teilnehmer zu Teilnehmer unterschiedlich. Laura erzählte, sie habe durch das Projekt den Umgang mit der Kamera erlernt. Frederik hingegen fotografiert jetzt anders als vorher, er erklärte: „Mit Blitz sieht es so gefälscht aus.“

Von der Tatsache, dass dieser Junitag verregnet war, ließ sich die Gruppe nicht abschrecken. Der Besuch auf der Plattform fiel wegen Rutschgefahr zwar aus, aber die dunkelrot-rostigen Stahlpfeiler und tropfnassen Bäume machen sich auf den Fotos sicher auch gut. Welche Fotos am besten geworden sind, durften die Kinder und Jugendlichen bei der anschließenden Sichtung im Storp9 – einem Bürgerbegegnungszentrum in Essen – selbst entscheiden. Aus dieser Sammlung wird dann je ein Bild für den großformatigen Druck ausgewählt und im Dezember auf einer Ausstellung zum Thema Strukturwandel dabei sein.

Doch selbst wenn nicht alle Bilder am Ende gezeigt werden – Spaß hatten die Teilnehmer auf jeden Fall. Auch bei uns als stille Beobachter kam schnell die Lust auf, selbst den ein oder anderen Schnappschuss zu machen. Und beim Blick durch die Kamera begegnen einem altbekannte Orte vielleicht auf eine völlig neue Art.

Laila Gulaif

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