Carls Schreiberin

Zeche Carl, Essen

Carls Schreiberin

Die grüne Stadt // Bericht aus einem Projekt der besonderen Art

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Können Sie sich vorstellen, dass das Ruhrgebiet im Jahr 2067 zur ökologischen Vorzeigeregion geworden ist, die sogar Außerirdische fasziniert? Oder dass die Region im Jahr 2080 täglich mit Hochwasserkatastrophen kämpft? Fast 150 Jugendliche haben sich mit der Zukunft des Ruhrgebiets auseinandergesetzt und präsentieren am 18.06.2017, 15 Uhr, ihre beiden gemeinschaftlich verfassten Romane – mal Utopie, mal Dystopie – in Lesungen und Gesprächen in der Kaue der Zeche Carl: „Raumschiff Emscherprise. Ein Green-Capital-Roman“ und „Uferlos. Ein Emscher-Endzeitroman“ (beide erschienen im Klartext Verlag). Der Eintritt ist frei.

Weronika Kapala, Autorin im Teilprojekt „Die grüne Stadt“ und junge Wortklauberin für die Zeche Carl, berichtet hier im Blog über die gemeinsame Arbeit:

„Die grüne Stadt“ – ein tolles Projekt mit einer tollen Idee. Green Capital – die grüne Hauptstadt. Sie fragen sich vielleicht: Was haben die Aliens damit zu tun? Und genau das ist das Tolle an diesem Projekt. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Hier war man frei. Das Buch „Raumschiff Emscherprise. Ein Green-Capital-Roman“, was das Ergebnis des Projekts ist, ist eine Mischung aus all dem, was in unseren Köpfen drin steckt.

Grundidee des Projekts war es, eine Geschichte zu entwickeln, die in der Zukunft spielt und sich mit der Thematik der grünen Hauptstadt – was die Stadt Essen ja gerade ist – zu beschäftigen. Der Prozess, in dem der Roman entstanden ist, hat viele interessante Diskussionen mit sich gezogen. Denn jeder, der an dem Projekt teilgenommen hat, hatte eine andere Vision, eine andere Idee des Ganzen, was wiederum unsere Fantasie untereinander angeregt hat.

So haben wir gemeinsam eine Story entwickelt, die in mehreren Schreibwochen (zusätzlich zum Schulunterricht) in der Zeche Carl entstanden ist. Die Zeche Carl selbst spielt in dem Buch eine entscheidende Rolle.

Außer von der Zeche Carl haben wir uns auch an anderen schönen Orten in Essen inspirieren lassen. Dabei haben Exkursionen, die während des Projekts stattgefunden haben, sehr geholfen. Eine davon war eine Exkursion zur Zeche Zollverein. Dort haben wir vieles angeguckt und uns auch inspirieren lassen. In der Zeche Zollverein spielt auch die eine oder andere Szene in unserem Roman. Die Geschichte fängt dort nämlich an, weil Lukas – ein Professor und eine der Hauptfiguren – dort einen Vortrag hält, in dem er auf die 50 Jahre seit Green Capital zurückblickt. Ich will aber nicht so viel verraten. Ich empfehle euch lieber, das Buch zu lesen, da die Geschichte, die entstand, sehr spannend ist!

Für mich persönlich war das Projekt nicht nur „das Buch schreiben“, sondern viel mehr. Das Projekt hat mich in vielen Aspekten motiviert und inspiriert. Motiviert zum weiterschreiben und inspiriert, weil ich gemerkt habe, wie viele Ideen ein Mensch haben kann.

Das Gefühl, ein Buch in den Händen zu halten, an dem man mitgearbeitet und in das man auch seine Ideen eingebracht hat, ist einfach unbeschreiblich. Im Projekt mitzumachen, war für mich eine sehr gute Entscheidung.

Das Schreiben war für mich nichts Neues, da ich schon vorher viele Geschichten selbst zu Hause geschrieben habe. Doch die Unterstützung von Sarah Meyer-Dietrich und Sascha Pranschke, die wir während des Schreibens bekommen haben, war einfach viel wert. Ich habe viele neue Sachen gelernt auch in Bezug auf die journalistische Ebene. Ich hatte die Möglichkeit, zu erfahren, wie ein Journalist arbeitet. Während des Projekts habe ich auch gelernt, wie man mit Kritik umgeht. Denn die Arbeit bzw. das Schreiben eines Buches mit einer ganzen Gruppe Menschen ist ganz schön schwierig, obwohl es vielleicht erst nicht so scheint. Jeder Mit-Autor hat eine andere Idee, eine andere Vorstellung darüber, wie ein Kapital aussehen sollte. Jeder ist anders und interpretiert auch Kritik anders.

Trotzdem konnten wir uns alle irgendwie verständigen und schließlich zu einem Kompromis kommen. Und genau das war das Tolle an diesem Projekt. So viele verschiedene Menschen und viele Meinungen. Und wir haben trotzdem ein gemeinsames Buch geschrieben.

Schließlich kann ich nur Danke an Sarah und Sascha sagen. Für die Möglichkeit, bei dem Projekt mitmachen zu können!

Weronika Kapala

(Foto der Autorin: (c) Frank Vinken)

 

 

Die Romane entstanden in der Projektfamilie „FlussLandStadt. Eure Heimat – euer Roman“, realisiert von Emschergenossenschaft, Friedrich-Bödecker-Kreis NRW, der Auf Carl GmbH und weiteren Partnern.

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