Carls Schreiberin

Zeche Carl, Essen

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Eiergeschichten #1 – Das Erinnerungsei

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Zur letzten Redaktionssitzung brachte CARLs Co-Schreiber Überraschungseier mit. Und was machten die Wortklauber? Sie schrieben über ihre Erfahrungen mit den Eiern. In unserer Serie „Eiergeschichten“ lest ihr ab heute spannende, spielerische und schokoladige Texte. Den Anfang macht Weronika, die beim Öffnen dieses kleinen Eis eine große Erkenntnis formuliert. Lasst Euch überraschen!

Ein Ei. Eine Überraschung für Kinder. Eigentlich bloß ein Ei aus Schokolade, in dem Kinder Spielzeuge finden können. Manchmal ist das ein kleiner Roboter, den man zusammenbauen muss, manchmal ist es eine Figur oder ein Auto zum Spielen. Kaum jemand denkt wirklich über diese Eier nach, wenn er sie im Supermarkt an der Kasse liegen sieht. Doch für manche Menschen sind sie Erinnerungsstücke, die sie an die Kindheit denken lassen – daran, wie es damals war. Und für uns Wortklauber ist das Ei ein Thema, über das wir schreiben können.
Als ich sah, was wir in der letzten Redaktionssitzung bekamen, war ich etwas erstaunt. Was sollte ich mit so einem Ei machen? Das Einzige, was mir einfiel, war (soweit ich mich richtig an meine Kindheit erinnere): Die Schokolade, die die Form des Eis ausmacht, war sehr sehr lecker. Und glaubt mir: Ich liebe Schokolade. Dieses Mal war ich aber geduldig und wartete bis ich zu Hause war. Das war nicht leicht. Zu Hause öffnete ich das Ei. Meine Erinnerung stimmte: Die Schokolade war sehr lecker! Nachdem ich die paar Kalorien mehr in mir hatte, war ich gespannt, welches Spielzeug in dem Ei sein würde. Ich machte den gelben Behälter auf. (Hat beim ersten Mal nicht geklappt – ich hab das schon ein paar Jahre nicht mehr gemacht.) Als ich reinguckte, sah ich dort verschiedene Lilatöne. Selbst das hat in mir positive Gefühle ausgelöst. Die Kombination der Farben sah sehr schön aus. Auch das Reingucken hat mich an meine Kindheit erinnert. Denn als ich klein war, war Lila meine Lieblingsfarbe! Doch ich wollte mehr wissen. Ich wollte wissen, was es ist. Ich wollte etwas bauen. Als ich die einzelnen Elemente rausnahm, erkannte ich (vor allem mit Hilfe der „Gebrauchsanweisung“ zu dem „Spielzeug“), dass es ein Armband sein sollte. Ich las die Instruktion, um zu erfahren, wie ich die Teile zusammenbauen sollte. Dort stand, dass man die Elemente zusammenklicken sollte. Am Anfang fiel mir das schwer, doch dann habe ich es irgendwie geschafft. Ein Armband entstand. Ich wollte es sofort anprobieren. Doch als ich die Elemente an meiner Hand zuklicken wollte, passte es nicht. Kein Wunder. Die Armbänder sind ja auch für Kinder ausgedacht. Insgesamt war das Aufmachen des Eis viel spannender als das Spielzeug selbst. Und ich finde, das war das Besondere an dem Ei. Eigentlich nichts Besonderes, doch je länger man daran denkt, desto mehr kann man selbst von so einem Erlebnis, wie dem Aufmachen eines Eis, etwas mitnehmen. Denn ich finde, man kann das auf das Leben übertragen. Nicht das Ziel ist wichtig, sondern der Weg, den man macht, um das Ziel zu erreichen.

Weronika Kapala

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