Carls Schreiberin

Zeche Carl, Essen

Carls Schreiberin

Liebevoll – Schreibambulanz zum Valentinstag

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Weiche orangefarbene Samttücher auf den Tischen. Kleine Filzherzchen in pink, rosa und rot, die zusammen mit süßen Herzbonbons auf den Tischen verteilt liegen. Und nicht zu vergessen: rote Luftballons.
Inmitten dieser Dekoration im Altenessener Allee-Center sitzen CARLs Schreiberin Sarah Meyer-Dietrich und CARLs Co-Schreiber Tobias Steinfeld. Beide sind mit einem Stift und einem Block bewaffnet. Sie warten auf Leute, die ihren Liebsten eine ganz besondere Freude machen wollen.
Denn es ist der 13. Februar und der Valentinstag steht vor der Tür. Egal ob jung oder alt: Jeder der will, bekommt in der heutigen Schreibambulanz eine Karte geschrieben.

Allein die Dekoration und die Liebe zum Detail hätten mich schon auf die Aktion aufmerksam gemacht. Ich hätte bestimmt Lust bekommen, mir eine Karte schreiben zu lassen. Ich fühle mich sofort herzlich willkommen.

Da bin ich auch nicht die einzige, wie ich schnell bemerke. Besonders Kinder scheinen magnetisch von der Aktion angezogen zu werden. CARLs Schreiberin bestätigt meine Beobachtung: „Die meisten Karten habe ich heute tatsächlich für Kinder geschrieben. Natürlich auch welche für Erwachsene, aber die Zahl der Kinder überwiegt eindeutig.“

„An wen waren die Karten adressiert?“, frage ich nach. „Hauptsächlich an die Mama oder Oma. Für einen Papa oder Opa war heute leider noch nichts dabei“, sagt sie und lacht. „Ansonsten waren die Karten natürlich für die Frau oder beste Freundin.“
„Gefällt dir deine Aufgabe und macht sie dir Spaß?“, frage ich. „Ja sehr!“, antwortet sie. „Es ist schön, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und die Geschichten, die sich hinter den Karten verbergen, zu erfahren. Außerdem bin ich überrascht wie viel Liebe und Freundschaft es doch gibt. Ganz zu schweigen von den vielen besten Mamas der Welt.“

Ich will gerade weiterfragen, als ich meinen Platz schon wieder räumen muss. Denn der nächste steht in den Startlöchern, um eine Karte verfasst zu bekommen. Besser gesagt, DIE nächste. Ein kleines Mädchen möchte liebe Worte für einen lieben Menschen loswerden. Sie setzt sich auf den Platz, an dem ich noch vor ein paar Sekunden saß. Nach einem kurzen gegenseitigen Kennenlernen beginnt sie Sarah zu erzählen, was in ihre Karte soll. CARLs Schreiberin notiert zügig die Einfälle. Anschließend verfasst sie aus diesen Notizen einen Text, den das Mädchen zusammen mit der Karte mitbekommt. Denn den Text darf sie selbst in die Karte schreiben. Immerhin darf das Persönliche an so einem Tag nicht verloren gehen.

Während Sarah und Tobias weiter fleißig dabei sind, Karten zu verfassen, sehe ich jedoch auch Leute, die lieber einen Bogen machen, anstatt sich eine Karte schreiben zu lassen.
„Was macht es besonders schwer, die Leute zu locken?“, frage ich eine der beiden Frauen, die als Lockvögel am Rand stehen. Ihre Aufgabe: Leute für eine Valentinskarte zu begeistern.
„Es ist schwer, die Menschen aus ihrem Alltagstrott zu ziehen und ihnen etwas Neues schmackhaft zu machen“, erzählt die junge Frau. „Abgesehen von den erfreuten Personen ignorieren mich die Leute einfach und gehen weiter. Oder sie erzählen mir irgendwelche Ausreden, warum sie jetzt nicht können.“

Doch das ist total schade!
Denn wieso sollten sie sich nicht auf etwas Neues einlassen? Etwas, womit sie anderen eine Freude machen. Es hat noch niemandem geschadet, dem Alltagstrott zu entfliehen und innezuhalten. Genau diese Möglichkeit bietet die Aktion. Der Verfasser kann sich entspannen und auf andere Gedanken kommen. Mal was anderes, als den ganzen Tag nur unterwegs zu sein. Außerdem macht man sowohl sich, als auch dem Empfänger der Karte damit eine Freude.
Und ich bin mir sicher: Egal wer der Empfänger sein wird, ob Mama oder Oma oder vielleicht doch der Papa oder Opa, derjenige wird sich sehr über die Karte freuen.

Johanna Schwermer

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