Carls Schreiberin

Zeche Carl, Essen

Carls Schreiberin

Über Satzzeichen #1
Nun mach aber mal einen Punkt.

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Nun mach aber mal einen Punkt. Ich mag diese Redewendung.
Weil ich gerne Punkte hinter Sätze mache.
Ein Komma im Satz ist auch okay. Wenn es das Verständnis erhöht. Aber ein Punkt ist so ein klares Zeichen. Ein Ende. Eine Pause.
CARLs Co-Schreiberin dachte neulich übers Innehalten nach. Ich finde, dass ein Punkt der perfekte Moment zum Innehalten ist.
Punkt. Kurze Pause zum Denken. Begreifen. Was auch immer. Weiter.

Nun mach aber mal einen Punkt. Das heißt, dass man es einfach mal gut sein lassen soll. Zum Ende kommen. Aufhören. Ich mag auch Anfänge. Ja. Aber die beginnen auch umso klarer hinter einem Punkt.
Hier zum Beispiel.

Früher hielt ich Bandwurmsätze, die sich ewig schlängelten und – oft ziemlich, aber nicht gänzlich unerwartet – Wendungen nahmen, durch die die Sätze sich immer weiter drehten und verschwurbelten, ohne zu einem Punkt zu kommen, oder sich eine Atempause zu gönnen, weil sie viele Einschübe und Relativsätze enthielten, die ich gern mochte und häufig verwendete, insbesondere auch in sachlichen Erörterungen, wie zum Beispiel meiner Diplomarbeit, für elegant.
Früher.

Heute liebe ich es, Punkte zu machen.
Auch in meinem literarischen Schreiben. Punkt.
Darum bin ich gegen das Semikolon. Ich habe in den seltensten Fällen mal ein Semikolon benutzt. Die Ausnahme bilden Aufzählungen, in denen Kommata enthalten sind. Da grenzt sich das Semikolon klar vom Komma ab.

Komm mal auf den Punkt. Das ist auch so ein schöner Satz. So sehr ich Worte liebe, so anstrengend finde ich es, wenn Menschen mit ihren Worten das Eigentliche immer nur umkreisen. Oder ohne Punkt und Komma reden. Komm mal auf den Punkt, heißt es. Geh mal auf den Punkt, heißt es nicht. Das bedeutet doch wohl, dass der, der den Satz sagt, bereits auf dem Punkt ist. Und wenn der andere dann auch noch auf den Punkt kommt, dann steht, sitzt, liegt man dort zusammen. Und versteht sich endlich.

Ich mag das Jahresende. Weil auch das Jahresende einen Punkt setzt. 2016. Punkt.

Natürlich kann man auch mehrere Punkte setzen und einen Satz ins Ungewisse laufen lassen … Man kann … 2016 …

Und was ist mit dem Ausrufezeichen, könntet ihr jetzt fragen. Ausrufezeichen sind doch viel klarere Abgrenzungen von Sätzen! Dazu habe ich auch eine Meinung. Aber dazu ein andermal. Jetzt mal ich erst einmal einen Punkt.

Eure CARLs Schreiberin.

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