Carls Schreiberin

Zeche Carl, Essen

Carls Schreiberin

Schöne Worte #4, #5, #6
Schwarmintelligenz, nein, Orbit

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Als Kind hatte ich ein Bilderbuch von Leo Lionni. „Swimmy“ erzählte die Geschichte eines kleinen Fisches, der mitsamt seinem Fischschwarm einen großen gefährlichen Fisch in die Flucht schlug. Seitdem weiß ich, dass SCHWARMINTELLIGENZ gut ist.

Wobei mir schon klar ist, dass Menschen im Mob auch besonders blöd sein können. Wenn sie all ihre Dämlichkeit zusammenschmeißen. Also SCHWARMDÄMLICHKEIT. Aber ich wollte ja über Schwarmintelligenz schreiben.

Nämlich, dass es schön ist, wenn Menschen – oder Fische – ihre Intelligenz und ihre Ideen zusammentragen. Weil oft einfach die besseren Geistesblitze entstehen, wenn man sich gegenseitig inspiriert. Neulich erst. In einem dieser Live Escape Games, bei denen man durch Rätsellösen und Codeknacken aus einem Raum entkommen muss. Zu zweit sind wir kläglich gescheitert. Zu sechst haben wir es geschafft. SCHWARMINTELLIGENZ halt.

Und das ist doch ein verdammt guter Grund, das Team von CARLs Schreiberin zu erweitern. Auch wegen Urlaubsvertretung. Und Arbeitsteilung. Aber vor allem, weil ein Team einfach andere Ideen hervorbringt. Deshalb begleiten mich jetzt neben den JUNGEN WORTKLAUBERN im Blog auch noch CARLs Co-Schreiberin und CARLs Co-Schreiber. Muss ich hier nicht mehr allein rumschwimmen. Und kaum sind zwei Co-Schreiber im Becken, gibt es Inspiration.

Ich habe nachgedacht. Über die Schönheit des Wortes NEIN. Weil CARLs Co-Schreiberin darüber nachgedacht hat. Meine Mutter (die übrigens zufällig dieselbe ist wie die Mutter von CARLs Co-Schreiberin) hat auch mir erzählt, dass eins meiner ersten Worte NEIN war. Allerdings habe ich das Wort seitdem einigermaßen verlernt. Immerzu sage ich ja. Manchmal, weil ich nicht enttäuschen will. Oft, weil ich denke: Aber das ist doch auch toll. Und dann sage ich JA. Und habe den Salat. Wollen Sie nicht bei uns promovieren? Ja. Klar. Wollen Sie nicht Geschäftsführerin werden? Och ja, warum nicht, hab grad nichts zu tun. Wollen wir nicht noch dies und das und jenes Projekt zusammen machen? Ja. Klar. Warum nicht. Ich hab da gerade noch ein kleines Fitzelchen Zeit über. Wenn ihr meinen Terminkalender sehen könntet … Aber das wird alles anders. Bald. Wenn ich das Wort NEIN geübt habe. Ich werde dann Zeit für andere tolle Sachen haben, zu denen ich JA sagen kann. Schreiben zum Beispiel. Und all das habe ich herausgefunden, weil CARLs Co-Schreiberin mir ein kleines Wort hingeworfen hat. Vier Buchstaben nur. Eine Silbe. NEIN.

Ich habe noch mehr nachgedacht. Über das Wort ORBIT. Über das CARLs Co-Schreiber schrieb. Was für ein schönes Wort. So verheißungsvoll. In seiner Umlaufbahn kreisen Kindheitserinnerungen und Sehnsüchte. Die Idee von unentdeckten Welten im All. In einer Zeit, als alles noch groß und unbekannt und voller Wunder schien.

„Und ist es das nicht immer noch?“, flüstern die vielen kleinen Fische um mich herum. „Ist es nicht immer noch alles groß und unbekannt und voller Wunder?“

„Ja“, sage ich. „Ja.“

Obwohl ich doch das NEIN üben wollte.

Aber JA ist eben auch ein schönes Wort. Es kommt auf den Kontext an. Worte sind halt am schönsten, wenn sie nicht alleine sind. Sondern im Schwarm. Da könnt ich glatt ins Schwärmen kommen.

 

Eure CARLs Schreiberin.

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