Carls Schreiberin

Zeche Carl, Essen

Carls Schreiberin

Babylonische Sprachverwirrung: Nonfood. WTF?

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Neulich. In einem Supermarkt in Bochum-Hamme. Am Vormittag – weil ich gedacht habe, dass ich mal eben kurz einkaufen kann, während ich eigentlich im Home Office arbeiten müsste. So kann ich der rush-hour vorbeugen und ganz easy ein paar Lebensmittel shoppen. Hab ich gedacht. Stattdessen bekam ich unverhofft Zeit, ein bisschen über Sprache und ihre Folgen nachzudenken …

Die Kasse, bei der ich mich anstelle, schließt gerade. „Hier bitte nicht mehr anstellen“, motzt mich die Kassiererin an. So what. Dann halt zur anderen Kasse. Doch just in dem Moment, als meine Lebensmittel auf dem Kassenband bis zur Spitze vorrücken, wird ein Kunde mit Umtausch dazwischengelassen.

Kein Ding. Auch wenn man mich wenigstens hätte fragen können.
Nicht, dass ich nein gesagt hätte.
Nicht, dass ich darüber groß nachgedacht hätte.
Normalerweise.
Aber unverhofft habe ich Zeit dafür.
Ziemlich viel Zeit sogar.
Denn der Umtausch dauert.
Und dauert.
Und dauert.
Come on!

Die Kassiererin – nennen wir sie Frau M. – ruft ihre Kollegin – nennen wir sie Frau O. – zur Hilfe. „Das müsste unter nonfood stehen“, sagt Frau O.. Eine Weile herrscht suchende Stille. Unterbrochen hin und wieder von Frau M.s „da vielleicht“. Oder einem Stoßseufzer von mir, den keiner beachtet, derweil meine Lebenszeit verrinnt und meine Lebensmittel auf dem Kassenband anfangen alt zu werden.

„Nonfood …“, sagt Frau O. schließlich zu Frau M. „Wie schreibt man das überhaupt?“
Und ich denke: Ja! Nonfood! What the fuck! Die babylonische Sprachverwirrung lässt grüßen. Was ist so schwer daran, Kategorien in einem deutschen Supermarkt mit deutschsprachigen Begriffen zu benennen? Oder sollen Grundkenntnisse in Englisch künftig Einstellungskriterium für Kassiererinnen im Supermarkt sein? Denkt mal drüber nach. Demnächst. Beim Warten an der Kasse.

Yours. Sincerely. CARLs Schreiberin.

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