Carls Schreiberin

Zeche Carl, Essen

Carls Schreiberin

Performance „Circles of Life“ //
Die Welt ist meine Heimat

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Unsere Wortklauber-Redakteurin Julia Radacz (15) war am 16. Juli live bei der Abschlussperformance des Projekts „Circles of life“ vor Ort und berichtet. „Circles of life“ ist ein Projekt vom Jugendamt der Stadt Essen, der Jugendhilfe Essen, dem AKj und der Zeche Carl.

Vor der Performance hatte ich die Möglichkeit, mit dem Projektleiter Bernd Alles zu sprechen. Er erzählte mir, dass die Präsentation eine Woche lange von einer großen Gruppe von Jugendlichen zwischen 10 und 25 Jahren in verschiedenen Workshops (Tanz, Musik, Rap, Graffiti, Malerei, Video/Foto, und bildende Kunst) erarbeitet worden war.

Um 18 Uhr ging die öffentliche Performance auf dem Vorhof der Zeche Carl los, auf der ein Gerüst als Bühne aufgebaut war. Am Anfang wurden alle herzlich begrüßt. Dann betrat ein vielleicht zwei Meter hohes Monster den Platz. Wie es aussah, ist schwer zu beschreiben. Ein bisschen Elefant, ein bisschen Raupe. In dem Monster waren Tänzer, die für die Bewegung des Monsters sorgten. Dann trat ein Rapper auf das Gerüst, der über das Leben sang. Texte, die sehr zum Nachdenken anregten. Dazu tanzten weitere Streedancer auf dem Platz.

Eine neue Szene begann: Zwei Figuren, noch etwas größer als das Elefanten-Raupen-Monster betraten den Platz. Auch sie wurden durch Tänzer bewegt und gelenkt, nun aber von außen. So schienen die Monster fast selbst zu tanzen. Dazu sangen wieder Rapper. Zwei Deutsche, ein Iraker und ein Syrer. Sie alle rappten auf Deutsch. Egal wie die Muttersprache war. Zwischendurch wurde auch ein Lied gesungen, das wahrscheinlich ein traditionelles arabisches Lied war.

Sehr gut gefallen hat mir die tolle zwischenmenschliche Atmosphäre, die herrschte. Obwohl die Teilnehmer ja nur eine Woche zusammengearbeitet hatten. Besonders schön war, dass am Projekt Menschen aus aller Welt beteiligt waren. Viele konnten noch nicht gut Deutsch. Und trotzdem haben sich alle gut verstanden. Es war beeindruckend zu sehen, wie sehr gemeinsames künstlerisches Arbeiten eine Gruppe zusammenschweißen kann.

Zum Abschluss wurden Plakate auf die Bühne getragen. „Die Welt ist meine Heimat und die Menschen sind meine Geschwister“, stand darauf. Und: „Die Menschen sind nett. Wenn du noch keinen getroffen hast, dann sei einer!“

Diese Sätze haben sie nicht einfach bloß auf die Plakate geschrieben. Sie haben mit ihrer ganzen Performance vielmehr gezeigt, dass Menschen weltweit wie Geschwister sein können.

Schade, dass die Performance nur eine Stunde gedauert hat. Ich hätte noch sehr viel länger zuschauen können!

Text: Julia Radacz

Foto: Heike Kandalowski

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