Carls Schreiberin

Zeche Carl, Essen

Carls Schreiberin

Im Anfang war der Zufall

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Ich habe einen neuen Titel. Nicht für ein Buch. Oder eine Geschichte. Sondern für mich. Ganz persönlich. CARLs Schreiberin.

Mit Titeln ist das ja so: Auf manche arbeitet man jahrelang hin. Auf einen Doktortitel zum Beispiel. Andere bekommt man einfach geschenkt. So ging’s mir mit CARLs Schreiberin.

Wobei: Einfach geschenkt trifft es auch wieder nicht. Gab nämlich eine lange Vorgeschichte. Mit mir und der Zeche Carl. Wenn ich auch nicht geahnt hätte, dass diese Vorgeschichte irgendwann dazu führen würde, dass ich CARLs Schreiberin werden würde. Oder dass der Beginn dieser Geschichte mich überhaupt irgendwohin führen würde.

Denn meine Geschichte mit Carl begann, wie so vieles im Leben, mit einem Zufall. Ich kenne Menschen, die jetzt protestieren werden: Schicksal, nicht Zufall! Aber ich beharre auf: Zufall. Weil Schicksal nach etwas klingt, worein man sich zu fügen hat. Ob man will oder nicht. Zufall klingt nach Glück. Glück ist eine Tür, die aufgeht. Ob man hindurchgeht, kann man selbst entscheiden. Die Zeche Carl war ein Glücksfall für mich. Von Anfang an.

Und dieser Anfang liegt jetzt ein paar Jahre zurück. Damals betreute ich gerade – wie eigentlich immer – ein Schreibprojekt mit Jugendlichen. Am Nachmittag sollte der nächste Workshop stattfinden. Am Morgen erfuhr ich, dass wir die eingeplanten Räumlichkeiten nicht würden nutzen können. Das Schreibprojekt war obdachlos. Und ich ganz schön in der Bredouille.

Aber wie es der Zufall wollte, hatte ich an jenem Morgen einen Termin mit Bernd Alles in der Zeche Carl. Und wo ich gerade schon mal da war, heulte ich mich auch gleich aus. Bernd zögerte nicht. Es war zwar gerade kein Seminarraum frei. Aber Bernd sprach: Ihr könnt in den Lichthof gehen. Und wir gingen in den Lichthof. Führten dort unser Projekt zu Ende.

Aber nur das Projekt. Ein Ende der Geschichte mit mir und Carl ist seitdem nicht abzusehen. Und warum auch?

Immer neue Projekte führe ich seitdem auf Carl und mit Carl und um Carl herum durch. Umso mehr, seit Bernd das Großprojekt „Im Anfang war das Wort“ leitet. Weil es da für Menschen, die Worte lieben, immer etwas zu tun gibt. Schreiben und andere schreiben lassen zum Beispiel.

Es gibt Orte, da geht man hin, um nie mehr wegzugehen. So ein Ort ist Carl für mich. Vielleicht weil dort alles so unkompliziert zugeht. Denn dass ich sehr spontan mit einer Gruppe Jugendlicher schreibend den Lichthof besetzen durfte, ist vielleicht doch kein Zufall, sondern einfach typisch Zeche Carl. Da sein dürfen. Mitmachen können. Willkommen sein.

Fühlt man sich zu Hause, kommt man immer gern zurück, hab ich mal irgendwo gelesen. Könnte man auch über den Eingang zur Zeche Carl schreiben. In Großbuchstaben.

Im Anfang war der Zufall. Ein Ende ist nicht abzusehen.

Eure CARLs Schreiberin

Sarah Meyer-Dietrich

Ein Kommentar

  1. Hallo Sarah,

    die coolibri-Redaktion wünscht dir und Carl Alles Gute für das Blogprojekt.

    Liebe Grüße an Sabrina, Marcus und den Rest der Zechen-Mannschaft.
    Michael

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