Carls Schreiberin

Zeche Carl, Essen

Carls Schreiberin

17. Juni 2017
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An Bord der goldenen Rakete

Also so viel ist schon mal klar: Bei dem Wort Rakete passiert so einiges im Kopf. Ob einem jetzt die Mondlandung in den Kopf schießt (Da geht es schon los!), das zuletzt gesehene Feuerwerk oder NASA, ISS und Co – Rakete geht hoch hinaus, Rakete sprüht Funken, Rakete war das Thema der letzten Ausgabe der Zeitschrift für Gegenwartsliteratur „Richtungsding“.

Am 29.04.2017 wurde der Richtungsding-Publikumspreis in der Zeche Carl vergeben. In Form einer – wer hätte das gedacht? – goldenen Rakete, die wegen ihrer Optik nicht nur Raum für zahlreiche Assoziationen bot, sondern auch bei den sechs geladenen Wettbewerbern hoch im Kurs stand. Weiterlesen →

9. Juni 2017
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Du verstehst mich einfach nicht.

Genau, ich verSTEHE nämlich hier und du verSTEHST woanders. Nicht auf meiner Seite jedenfalls, der Seite von der ich auf die Welt schaue. Vielleicht stehen wir uns ja gegenüber, doch selbst dann ist für dich links, wo für mich rechts ist und umgekehrt. Oben und unten stimmen vielleicht gerade noch.
Die Worte, die ich zu dir sage, kommen bei dir an, schließlich sprechen wir von Geburt an die selbe Sprache. Aber was diese Worte mir bedeuten, das weißt du nicht.
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4. Juni 2017
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Die grüne Stadt // Bericht aus einem Projekt der besonderen Art

Können Sie sich vorstellen, dass das Ruhrgebiet im Jahr 2067 zur ökologischen Vorzeigeregion geworden ist, die sogar Außerirdische fasziniert? Oder dass die Region im Jahr 2080 täglich mit Hochwasserkatastrophen kämpft? Fast 150 Jugendliche haben sich mit der Zukunft des Ruhrgebiets auseinandergesetzt und präsentieren am 18.06.2017, 15 Uhr, ihre beiden gemeinschaftlich verfassten Romane – mal Utopie, mal Dystopie – in Lesungen und Gesprächen in der Kaue der Zeche Carl: „Raumschiff Emscherprise. Ein Green-Capital-Roman“ und „Uferlos. Ein Emscher-Endzeitroman“ (beide erschienen im Klartext Verlag). Der Eintritt ist frei.

Weronika Kapala, Autorin im Teilprojekt „Die grüne Stadt“ und junge Wortklauberin für die Zeche Carl, berichtet hier im Blog über die gemeinsame Arbeit:

„Die grüne Stadt“ – ein tolles Projekt mit einer tollen Idee. Green Capital – die grüne Hauptstadt. Sie fragen sich vielleicht: Was haben die Aliens damit zu tun? Und genau das ist das Tolle an diesem Projekt. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Hier war man frei. Das Buch „Raumschiff Emscherprise. Ein Green-Capital-Roman“, was das Ergebnis des Projekts ist, ist eine Mischung aus all dem, was in unseren Köpfen drin steckt.
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25. Mai 2017
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Lautmalerische Worte #2: Unkenrufe

„Das wird nie was!“
„Das schaffst du doch sowieso nicht.“
„Warum solltest ausgerechnet du das können?“

Ich will sie nicht hören, diese Unkenrufe von den ewigen Zweiflern.
Na ja, um ehrlich zu sein: Die Rufe kommen nicht von draußen, sie ertönen in meinem eigenen Kopf.
Ich gehöre zu den Leuten, die sich immer mal wieder mit (Selbst-)Zweifeln quälen. Gerade unter Autoren soll das normal sein. Ob es sein muss, ist eine andere Frage.
Wo kommen sie eigentlich her, die Unkenrufe?

Meine Recherche bei Wikipedia und Co. ergibt zunächst, dass Unken zur Gattung der Froschlurche zählen. Die Rufe der Männchen in der Paarungszeit klingen seltsam melancholisch (Rotbauchunken) bis glockenartig (Gelbbauchunken). Möglicherweise ist der Name Unke eine lautmalerische Ableitung des Unkenrufs. Vielleicht wurde der Name aber auch vom nordgermanischen Wort ûkôn für Kröte abgeleitet (oder vom ebenfalls nordgermanischen unkvi für Schlange, der angeblich manchmal fälschlich der Unkenruf zugeschrieben wurde, weil sich etwa die Ringelnattern an den gleichen Orten wie die Unken aufhalten). Und die Kröte steht als Sinnbild des „Unheilspropheten oder Verkünders schlechter Omen“.
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8. Mai 2017
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Eiergeschichten #3 – Jeden Tag Eier

In der vorletzten Redaktionssitzung verteilten wir Überraschungseier an die Wortklauber. Im dritten Teil unsere Serie erklärt Moutasm (kurz aber eindringlich), wie wichtig Eier als Lebensmittel sind.

Eier. Dieses Wort höre ich jeden Tag. Und ich sehe auch jeden Tag Eier. Für mich ist das ganz normal. Ich wohne alleine. Und jemand, der alleine wohnt und nicht kochen kann, muss sich richtig gut mit Eiern auskennen. Beim Frühstück müssen immer Eier dabei sein. Das gilt auch für das Mittagessen und das Abendessen. Nichts geht ohne Eier. Eier sind cool, weil man Eier einfach mit allem mischen kann. Zum Beispiel mit Tomaten, Fleisch, Pilzen und noch vielen anderen Dingen. Eier haben viel Calcium. Sie sind also auch gut für den Körper. Man braucht Eier immer und überall. Meine Meinung: Ohne Eier kann man gar nicht leben.

Moutasm Alyounes

4. Mai 2017
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Vom Müdesein und Aufwachen

Diesen Zustand kennen vermutlich die meisten: Der Körper bleischwer, der Kopf noch nicht richtig an, die Augen halb geschlossen. Zu müde! Wir wollen nicht aufstehen, nicht losgehen, nicht zur Arbeit, nicht zur Schule, nicht in die Vorlesung … Es soll zwar Menschen geben, die sich morgens mit einem Liedchen auf den Lippen über den Bettrand schwingen, aber die kennen das Gefühl der Erschöpfung meist vom Abend zuvor.

Und gerade jetzt kommt es doppelt: die Zeit um und nach Ostern, der April und Mai bringen die sogenannte Frühjahrsmüdigkeit mit. Die Forschung ist sich bei den Ursachen dafür nicht ganz einig. Es hat laut Wissenschaftlern wohl mit den Hormonen Serotonin und Melatonin zu tun, die bei uns Menschen die Schlaf- und Wachphasen regeln. Und klar, die innere Uhr spielt da auch mit, wenn man an die Zeitumstellung denkt und die lange Dunkelheit des Winters.

Aber kann es nicht vielleicht sein, dass diese ominöse Frühjahrsmüdigkeit nichts anderes ist als ein riesengroßer, schmuseweicher, kuscheliger Schweinehund, der uns ins Bett oder auf die Couch lockt?
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29. April 2017
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Eiergeschichten #2 – Das Überraschungsei

Im zweiten Teil unserer Serie “Eiergeschichten” erzählt Zalmai, was alles passieren kann, wenn man sein Überraschungsei auch nur ein paar Sekunden aus den Augen lässt. Für ihn wenig überraschend – für uns schon!

Wir saßen alle am Tisch, da legte Tobias eine Tüte auf den Tisch. Wir wussten nicht, was drin war. Dann holte er ein paar Überraschungseier aus der Tüte. Meine Augen beobachteten nur die Tüte voller Schoko-Eier. Ich wartete darauf, dass er sie an uns verteilt. Nach ein paar Minuten gab er jedem ein Schoko-Ei und alle fingen an zu essen. Ich wollte auch essen, aber dann dachte ich mir, dass ich es lieber zu Hause essen sollte. Auf dem Weg schaute ich nur das Ei an und erinnerte mich an meine Kindheit, als unsere Mama an Neujahr jedem von uns ein gekochtes Ei gab und wie sehr wir uns immer darauf gefreut hatten. Die Zeit läuft, aber die guten und schlechten Erinnerungen bleiben im Kopf. Das war eine der guten Erinnerungen meiner Kindheit. Ich schaute weiter das Ei an, und bis ich zu Hause war, kamen viele weitere Gedanken in meinen Kopf. Oh! Endlich zu Hause. Ich warf meine Tasche in die Ecke und setzte mich auf die Couch. Weiterlesen →

21. April 2017
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Eiergeschichten #1 – Das Erinnerungsei

Zur letzten Redaktionssitzung brachte CARLs Co-Schreiber Überraschungseier mit. Und was machten die Wortklauber? Sie schrieben über ihre Erfahrungen mit den Eiern. In unserer Serie „Eiergeschichten“ lest ihr ab heute spannende, spielerische und schokoladige Texte. Den Anfang macht Weronika, die beim Öffnen dieses kleinen Eis eine große Erkenntnis formuliert. Lasst Euch überraschen!

Ein Ei. Eine Überraschung für Kinder. Eigentlich bloß ein Ei aus Schokolade, in dem Kinder Spielzeuge finden können. Manchmal ist das ein kleiner Roboter, den man zusammenbauen muss, manchmal ist es eine Figur oder ein Auto zum Spielen. Kaum jemand denkt wirklich über diese Eier nach, wenn er sie im Supermarkt an der Kasse liegen sieht. Doch für manche Menschen sind sie Erinnerungsstücke, die sie an die Kindheit denken lassen – daran, wie es damals war. Und für uns Wortklauber ist das Ei ein Thema, über das wir schreiben können. Weiterlesen →

24. März 2017
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Schockierende Worte #1 – totgerupft

Vor einiger Zeit erreichte mich der Geburtstagswunschzettel eines Freundes in Form einer Whatsapp-Nachricht. Da ich so etwas nicht alle Tage bekomme, begann ich sofort neugierig die Lektüre. Der erste Wunsch hatte es bereits in sich. Da stand: „Bettdecke aus Daunen, 2,20 m, rotgetupft, Bio, aus Deutschland.“
Ich las weiter und als ich fertig war, begann ich wieder von vorne: „Bettdecke aus Daunen, 2,20 m, …“ Ich erschrak. Da, wo ich eben noch „rotgetupft“ gelesen hatte, stand nun ein anderes Wort. Ein Wort, das ich, glaube ich, noch nie gelesen oder gehört hatte und gesagt, hatte ich es ganz sicher noch nie. Da stand „totgerupft“. Weiterlesen →

6. März 2017
nach Carls Co-Schreiberin
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Lautmalerische Worte #1 – knacken

Vor ein paar Tagen erreichte uns ein Paket. Der Inhalt (Retro-Spiele aus den 80ern) war vom Absender sorgsam mit Knackfolie umwickelt. Die heißt offiziell Luftpolsterfolie. Aber Knackfolie … Das klingt doch viel schöner! Das ist lautmalerisch, onomatopoetisch wie der Experte sagt. Und das Zerplatzenlassen der Bläschen mit den Fingern (oder Füßen) ist ja so beruhigend. Jedenfalls, solange man selbst knackt. Wenn andere knacken …

Ich denke über das Wort und das Geräusch „knacken“ nach. Im Februar war es noch knackig kalt draußen. „Lass knacken!“, wollte ich da dem sich zierenden Frühling zurufen. Und hätte mich sofort als jemand geoutet, der nicht mehr so ganz jung ist. „Lass knacken“? Sagt heute kaum noch jemand. Heute wird verlangt: „Chill mal, Alter!“ Warum nicht „Chill mal, alter Knacker!“? Ob diese abfällige Bezeichnung mit knackenden Gelenken im Alter zu tun hat, ist nicht sicher. Auf der Seite www.redensarten-index.de finde ich eine weitere Erklärung: „Alter Knacker“ komme wahrscheinlich aus dem Handwerk der Flachs- und Leinspinner. Damit alle Faden-Spulen zum Abrechnen gleich viel Garn enthielten, hatte die Haspel ein einfaches Zählwerk, das nach einer bestimmten Länge einmal knackte. Angeblich wurde mit dem Aufhaspeln oft der Großvater betraut. Aha!
Aber heute sind die Alten rüstiger denn je. Da wird nicht mehr gesponnen und schon gar nicht geknackt.
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